Interview

Sabine Huenecke
„Die interdisziplinäre Ausrichtung des GrK 1172 fand ich höchst spannend“

Sabine Hünecke war von Oktober 2005 bis Oktober 2007 Stipendiatin des GrK 1172. Nach ihrem Pharmazie-Studium an der Marburger Philipps-Universität und ihrem praktischen Jahr in Hamburg, kam die gebürtig aus Nordhausen stammende und in Weimar aufgewachsene Studentin nach Frankfurt, um sich dort der Zelltherapie Forschung zu widmen. In der Gruppe um PD Dr. Ulrike Köhl im Zentrum für Stamm-zelltransplantation und Immuntherapie der Kinderklinik promovierte sie mit einer Arbeit über die klinische Anwendung von Natürlichen Killer-Zellen als Immuntherapie nach Stammzelltransplantation und ist heute dort Post-Doc. Ihr Aufgabenbereich umfasst dabei die Weiterentwicklung von Immuntherapien, die Qualitätskontrolle und damit verbundene Freigabe von Stammzelltransplantaten sowie die immunologische Überwachung der transplantierten Patienten.

Wie bist Du auf das GrK 1172 aufmerksam geworden?
Durch eine Zeitungsannonce in „Die Zeit.“

Was war Ausschlag gebend für Deine Bewerbung beim GrK 1172?
Ausschlaggebend war die interdisziplinäre Ausrichtung des Graduiertenkollegs. Durch den Ansatz, dass Studenten verschiedenster Fachrichtungen aus Biologie, Biochemie, Biotechnologie, Bio-Informatik und Pharmazie zusammenkommen und sich der Arzneimittelforschung und -entwicklung widmen, fand ich als Apotheker natürlich höchstspannend.

Mit welchen Erwartungen bist Du in das Programm gegangen?
Ich hatte die Erwartung aus den oben genannten Fachbereichen theoretische und praxisrelevante Hintergründe für die Arzneimittelforschung kennen zu lernen. Aber vor allem wollte ich Leitfaden und Hilfestellung bekommen, wie man strukturiert wissenschaftlich arbeitet. Man muss natürlich während seiner Doktorarbeit in sein Thema eintauchen. Was mir aber am Gedanken des Graduiertenkollegs gefiel, war das man nicht drei Jahre hoch spezialisiert auf seinem Thema arbeitet, sondern durch den Kontakt mit den anderen Stipendiaten über seinen Tellerrand hinausschauen sollte.

Haben sich Deine Erwartungen im Laufe der Doktorarbeit erfüllt?
Durch die Vorlesungen, die innerhalb des GrK 1172 angeboten wurde, habe ich sehr viel gelernt. Man nimmt natürlich die meisten Informationen auf, wenn sie an das eigene Thema angrenzen. Deswegen gehörten zu meinen Lieblingskursen: „Immunology“ und der „Crash Course in Immunology“. Natürlich ersetzen diese Vorlesungen kein Biologie- oder Biotechnologie-Studium, aber man kann sehr viel für seine Arbeit mitnehmen, und wenn es nur ist gewisse Fragestellungen in seiner eigenen Arbeit zu hinterfragen. Als Apotheker haben mir natürlich die Seminare über GMP (good manufacturing practice) und GLP (good laboratory practice) gefallen. Diese Kurse gehören im Pharmaziestudium zum Standard. Aber diese Wochenend-Blockseminare waren richtig gut – nicht so trocken wie im Studium.

Hast Du die GrK-Veranstaltungen sowie die Interaktion mit den anderen Graduierten als anregend empfunden?
Ja, denn man lernt ja Gleichgesinnte kennen und tauscht sich aus.

Hat Deiner Meinung nach die wissenschaftliche Arbeit im Rahmen der Promotion von der Einbettung in das GrK profitiert?
Auf jeden Fall – denn durch die regelmäßigen retreats und die Vorstellung der Arbeit war man sehr früh gezwungen einen roten Faden und eine Struktur in die Promotionsarbeit zu bekommen.

Hatte Deine Teilnahme am Programm des GrK 1172 positiven Einfluss auf Deine weitere Karriereplanung?
Ja, denn ich arbeite immer noch im Arbeitskreis von Frau Köhl. Und einer der Hauptgründe ist, dass immer versucht wird neue Erkenntnisse in die Klinik zu bekommen, wenn manchmal auch nur in kleinen Schritten.

Wodurch unterscheidet sich Deine jetzige Arbeit von der Forschung innerhalb des GrK 1172?
Ich arbeite eigenverantwortlicher.

Was möchtest Du Doktoranden oder Interessierten mit auf den Weg geben?
Die interdisziplinären Netzwerke im GRK 1172 zu nutzen. Ich habe das Glück, dass wir nun schon drei Stipendiaten im Labor sind: eine Bioinformatikerin, eine Biologin und mich eine Pharmazeutin. Bei einer bestimmten Fragestellung gehen wir alle etwas anders an die Problematik – die Bioinformatikerin rational, die Biologin natürlich experimentierfreudig und die Pharmazeutin strukturiert – ich finde das eine sehr gute Mischung und kann nur empfehlen das Angebot einer Graduiertenschule auf diese Weise zu nutzen.