Nachwuchswissenschaftler des GRK1172 erobern verschlafenes Alpenörtchen


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5. – 9.September 2007


Eigentlich sollte Aigen es bereits gewöhnt sein, dass jährlich eine Horde von Forschern den beschaulichen Alltag des gemütlichen Alpenörtchens gründlich umzukrempeln weiß, doch es ist in jedem Jahr aufs Neue ein Unikum, wenn die Städter den Landbesuch planen. Während in den beiden letzten Jahren das hessische Kloster Arnsburg für die Summer School des GRK1172 als Tagungsort diente, reichte in diesem Jahr die Kapazität des Klosters für die steigende Stipendiatenzahl nicht mehr aus.

Aigen bereits forschungserprobt

Die Idee Aigen als Nachfolger auszuwählen, stammt von der Frankfurter Pharmazieschule, deren Professoren Steinhilber und Schubert-Zsilavecz vor zehn Jahren Aigen als innovativen Crash Kurs zur Vorbereitung auf das von den Studenten gefürchtete erste pharmazeutische Staatsexamen etablierte und große Erfolge damit verbuchte. Von diesem Erfolg angeregt, überlegten die Professoren Pfeilschifter und von Laer dem bei den Frankfurtern sehr beliebten Ort in den Alpen eine Chance zu geben. Die Verantwortlichen des liebevoll „Schlössl“ genannten Jugendgästehauses sind auf wissenschaftlichen Ansturm aus der Rhein-Main-Region bereits eingerichtet. Das gesamte technische Equipement sowie die entspannte Atmosphäre ermöglicht einen Austausch auf hohem Niveau, auch wenn zu den Vorträgen in die nahe gelegene Dorfschule ausgewichen werden musste. Während die Studenten auch auf dem „Schlössl“ ihre Zimmer fanden, wurden die Supervisoren aus Platzgründen auf umliegende Gasthöfe verteilt, was dem gemütlichen Beisammensein am Abend jedoch keinen Abbruch tat.

Integration der neuen Studenten

Die neuen Studenten stellten ihr PhD-Projekt in einer Präsentation mit abschließender Diskussion mit den Studenten sowie den Supervisoren und Gastsprechern vor während die älteren Studenten ihren Kollegen den Fortschritt ihrer Forschungsarbeit präsentierten. Doch diese Präsentationen leiteten die eigentliche Arbeit erst ein. Neben der Tatsache, dass die Studenten ausdrücklich eingeladen wurden, ihre Fragen, die




sie persönlich gerne in Hinblick auf ihre Dissertation diskutieren würden, auf einem Thesenpapier zu formulieren, standen die Gastsprecher als kompetente Ansprechpartner für neue Forschungsansätze zur Verfügung. Und diese Chance wurde von den GRK1172-Stipendiaten rege genutzt, denn wann sonst hat man die Möglichkeit eine Woche lang die Korifähen der jeweiligen Forschungebiete quasi im Haus zu haben. Die diesjährigen Gäste kamen aus Frankreich und Italien und waren Els Verhoeyen (Lyon; Lentiviral Vectors for Gene Therapy“) und Carlo Patrono (Rom; „An Example of Academic Drug Development: ASS in Treatment and Prophylaxis of Cardiovascular Disease“).

Auch außerdienstliche Beschäftigungsoptionen

Neben den wissenschaftlichen Diskussionen gab es für die Teilnehmer auch eine Menge Freizeitaktivitäten außerhalb des Hörsaals. Gemeinsames Wildwasser-Rafting auf der Enns im Nationalpark Gesäuse, Wanderungen in der Wergregion Grimmung, eine Besichtigung der Klosterbibliothek Admont, Joggen oder Schwimmen im Putterer See, der der wärmste Alpensee Österreichs ist.
Ein etwas exotisches Highlight war das Hineinschnuppern ins traditionelle Bauernleben. Zwei Stipendiantinnen zogen sich stallfeste Kleidung an und halfen Melken. Nach dieser für Städter ausgesprochen anstrengenden Übung war am Abend Entspannung in der örtlichen Diskothek angesagt.

Zeit und Muße im Dienste der Wissenschaft

Der Benefit der jährlichen Summer School ist groß. Besseres Kennenlernen, ein reger Austausch unter Studenten wie auch Professoren machen fruchtbare wissenschaftliche Gespräche und neue Anstöße möglich, die oft im strukturierten und stressigen Alltag des Labors beiderseits wenig Zeit und Muse finden. Dank der finanziellen Unterstützung der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG) ist dieses Programm für die Stipendiaten kostenlos.
Nun wird es in Aigen wieder etwas stiller werden, aber glücklicherweise ist die nächste Summer School bereits in Planung.