Immunology Crash Course


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21. Februar 2009


Von Fast Food und krebsfressenden NK-Zellen:
Dritter Immunology Crash Course des GK 1172 fand am Wochenende statt

Frankfurt – Rund 1,6 Millionen Proteine hat ein handelsüblicher Hamburger, doch nur 16 davon sind in der Lage allergische Reaktionen hervorzurufen. Anschaulicher hätte Professor Dr. Heinfried Radeke von der Frankfurter Uniklinik die Komplexität des menschlichen Immunsystems in seinem Vortrag „Is Allergy a Consequence of a Bored Immune System?“ kaum einleiten können.

Gäste kamen gerne

Insgesamt 35 Studenten hatten sich über zwei Tage zum dritten „Immunology Crash Course“des Graduiertenkollegs GRK1172 ins Frankfurter Georg-Speyer-Haus eingefunden. Es hat sich bereits herumgesprochen, dass dieser Kurs eine gelungene Mischung aus Vermittlung von Basiswissen, praktischer Anwendung und Anreiz für weiterführende Überlegungen ist, und so ließen sich auch die Medizinstudenten nicht lange bitten und kamen gerne als Gäste vorbei, um den anregenden Austausch mit den Doktoranden des GRK1172 aus den verschiedenen Bereichen der Biologie, Pharmazie, Chemie und Medizin nicht zu versäumen.

Nach einer kurzen allgemeinen Einführung in das Immunsystem von Prof. Radeke begann Dr. Zoe Waibler vom Paul-Ehrlich Institut die Vorlesungsreihe mit ihrem Vortrag über „Viral Infection, Type I Interferons at the Transition from Innate to Adaptive Immunity“, in dem sie die Bedeutung der angeborenen Immunität für die schnelle Bekämpfung von Krankheitserregern, aber auch für die später eintretende adaptive Immunantwort hervorhob. „Sehr interessant, aber anspruchsvoll“, lautete das Fazit der GRK1172-Doktoranden.
Alles über naive T-Zellen sowie den Thymus als entscheidenden Faktor für deren Reifung und Differenzierung gab es in Prof. Dr. Dorothee Meike von Laers Vortrag „ T-lymphocytes: Development of Diversity and Tolerance and Keeping the Norm“, der auf Dr. Ursula Dietrichs „B Cells, the Major Players in Humoral Immunity“



aufbaute, in dem sie über die Antikörper-vermittelte Immunantwort berichtete.

Forschungen im eigenen Haus

Gemeinsam mit Prof. Dr. Winfried Wels vom Georg-Speyer-Haus hatte PD Dr. Thorsten Tonn vom Blutspendedienst den multimedialen Vortrag „Therapeutic Measures to Kill a Tumour: from Immunotoxins to Genetically Engineered NK Cells“ vorbereitet, der anschaulich auf gentechnologischen Methoden basierende Ansätze darstellte, gezielt Krebszellen zu bekämpfen.
Anschließend wurde in einem Vortrag über angeborene Immundefizienzen von Prof. Radeke über erblich bedingte Fehlfunktionen des Immunsystems berichtet sowie über einen im April 2006 von Dr. Manuel Grez im Georg-Speyer-Haus entwickelten Einsatz von Gentherapie in der Bekämpfung solcher Immundefekte, während Frau Dr. Dietrich, die selbst in der AIDS-Forschung arbeitet, einen Überblick über die erworbene Immunschwächekrankheit AIDS und deren Erreger, das humane Immundefizienzvirus, gab.

Doch ganz nach Vorlesungsart bleibt auch der Immunology Crash Course 2009 nicht: Nach dem Vortrag von PD Dr. Ulrike Köhl von der Kinderklinik Frankfurt über „Immune Reconstitution, GvL and GvHD after Stem Cell Transplantation“ mussten die Doktoranden noch etwas tun um ihr Zertifikat zu erlagen. „Lehrbuchwissen“ nennt Prof. Dr. Radeke die erstellten Fallfragen, doch für die Doktoranden war es in erster Linie eine Übertragung des an diesem Wochenende Gehörten in die Praxis. Und dabei konnte die zu jedem Fall zusammengestellte vierköpfige „Expertengruppe“auf ein interessiertes und lösungsorientiertes Publikum zurückgreifen.

Unbeschwerte Nahrungsaufnahme

Zum Essen gab es dann statt Hamburger Lasagne. Wahrscheinlich startete der Italiener mit keinem einzigen Protein und Allergen weniger als der amerikanische Kollege ins Rennen, dafür konnten sich die Teilnehmer unbeschwert da unwissend daran laben. Die Möglichkeit einer allergischen Reaktion blieb wohl auch hier bei der geringen Wahrscheinlichkeit von 1:100.000.